|
|
Unser Restaurant mit den Decken- und Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert allein ist schon einen Besuch wert! Lassen Sie sich in dieser speziellen Athmosphäre bei einem Glas Wein kulinarisch verwöhnen.

Geschichte des Restaurants Löwen
Der Löwen, früher "Leuen" genannt, wird bereits im Jahre 1707 erstmals als Gaststätte erwähnt. Sein erster Wirt, ein Mann namens Jakob Steiger, Zinngiesser von Beruf, muss nach alten Aufzeichnungen ein geplagter Mann gewesen sein. Man schreibt nämlich wie folgt:
-
1709: wurde der "Läüwen"-Wirt wegen Streits mit seiner Frau und wegen Fluchens verklagt
-
1711: hat er Anstände mit dem Rat wegen Schild-Aushängens!
-
1721: soll er bis zur besseren Einrichtung seines Haushaltes das Schild herabnehmen! (Ob dies wohl auf Befehl einer damaligen Gesundheitsbehörde geschehen ist?)
-
1722: bitten seine Söhne, das Schild wieder aufhängen zu dürfen.
Sein Schwiegersohn, auch ein Steiger und von Beruf Metzger, hat dann wahrscheinlich die Metzgerei- und Kuttlerei-Tradition gegründet, von der bis heute bestehen blieb, dass man im Leuen unter anderem auch Kutteln kocht und den Gästen als Delikatesse empfiehlt.

So beginnt also die wechselvolle Wirtshaus-Geschichte des "Leuens",jedoch gehen die Ursprünge dieses Hauses viel weiter zurück, soll doch die trutzige Fassade zur Grabengasse als Teil der Stadtmauer wahrscheinlich um die 700 Jahre alt sein. Sie weist denn auch im Kellergeschoss gewaltige Mauerdicken von 130 cm aus Nagelfluh auf. Die Mauern setzen sich als dicke Bollen- und Bruchsteingebilde bis in den 2. Stock fort. Es entstanden dann mindestens drei, evtl. sogar vier Erweiterungsanbauten und Aufstockungen. Der jetzige Restaurantraum soll um 1660 entstanden sein und die letzte Aufstockung auf der Seite der Löwengasse ist auf den Giebelbalken mit 1756 datiert. Jede dieser Phasen hat denn auch im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren und Zeugnisse hinterlassen, die dank kluger Voraussicht vieler Besitzer der Liegenschaft wenigstens teilweise erhalten blieben und auch restauriert werden konnten.

Die lustige Löwenfigur, als originelles Wirtshausschild weitherum, auch im näheren und ferneren Ausland, ja sogar in Übersee bekannt, ist wahrscheinlich anfangs des 19. Jahrhunderts entstanden und könnte auf einen Joh. Jakob Giezendanner, Sohn eines Kupferschmieds, der damals einige Jahre hier wirtete, zurückzuführen sein. Als Juwel unter den entdeckten und der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Raritäten des "Leuens" kann die Täfer- und Deckenmalerei im Stübli bezeichnet werden. Die Malereien wurden 1983 während Umbauarbeiten in einem Raum, der früher als Saal diente, in einem Obergeschoss auf weiss überstrichenen Holzbahnen gefunden. Es wurde dann beschlossen, sie nach der Restaurierung im Nebenraum der Wirtstube, eben in diesem Stübli einzubauen, um die Gäste fortan zu erfreuen. Über die genaue Entstehungszeit dieses als naiven "Bauernbarock" bezeichneten Stils, der vom 18. bis ins 19. Jahrhundert hineinreichte, kann wenig Genaues gesagt werden. Der oder die Künstler, die nicht identifiziert werden können, könnten bei den fahrenden Kastenmalern des späten 18. Jahrhunderts anzusiedeln sein.

Als Auftraggeber käme dann vielleicht derjenige Steiger in Frage, der die Metzger-Tradition auf dem "Leuen" begründete (die steigenden Steinböcke auf einem Panneau waren die Wappentiere der Steiger, und das Metzgerbeil, das sie halten, weist noch mehr in diese Richtung) oder sein nachfolgender Sohn, obwohl ersterer "mehr Schulden als Guthaben" hinterliess und letzterer "nur 32 Jahre alt wurde". Die Entstehungszeit um Mitte des 18. Jahrhunderts könnte auch dahingehend gedeutet werden, das auf dem Panneau recht detailgetreu ein Pandurenreiter und auf dem anderen ein preussischer Offizier dargestellt werden. Es könnte eine Anspielung auf den damaligen siebenjährigen Krieg zwischen Österreich und Preussen sein, worüber auch Ulrich Bräker "der arme Mann aus dem Tockenburg" in seinen Tagebüchern ein literarisches Bild zeichnet, indem er die Schlacht bei Lobositz am 1. Oktober 1756 als "ein wildes aufeinander Losschlagen von Preussen und Husaren und Panduren" bezeichnet. Die Malereien sind also ein entzückendes Beispiel der Fabulierkunst eines oder mehrerer damaliger Maler, vergleichbar mit der literarischen Fabulierkunst eines Ulrich Bräker. Wir hoffen, dass auch unsere Gäste beim Betrachten der Bilder immer wieder auf angenehme Art und Weise wenigstens ein kleines bisschen zu heiterem Fabulieren in fröhlicher Geselligkeit angeregt werden.

|
|